Wachstation


Unsere Wachstation „Baustadl“ befindet sich im Wiesseer Ortsteil Abwinkl und bietet uns einen gute Überblick über den südlichen Teil des Tegernsees.

Die Geschichte der Wachstation

Als das weiße Gold wurde das Salz früher bezeichnet, da seine Herstellung mit sehr großen Mühen und hohem Energieaufwand verbunden war.Das Salz wurde mit Wasser aus dem Gestein gewaschen und es entstand die Sole. Durch verdampfen des Wassers blieb das Salz übrig. Dazu waren große Mengen Brennholz notwendig. Als das Holz in der näheren Umgebung der Sudpfannen ausging, wurden die Wege der Holzbringung immer weiter. Da auch der Transport mit Pferdefuhrwerken sehr aufwendig war, wurde immer mehr die natürliche Strömung der Flüsse, die aus den waldreichen Bergen kam, zum Holztransport genutzt. Die Wälder rund um den Tegernsee wurden somit zu einer reichen Holzquelle.
Das in den Wiesseer Bergwäldern geschlagene Holz wurde über den Söllbach, der zum Holztransport, dem
sogenannten Triften, ausgebaut wurde, in den Tegernsee geleitet, über den See zur Mangfall gebracht und weiter über diese flussabwärts zu den Sudpfannen nach Rosenheim gebracht. 1821 wurde dazu an der Söllbachmündung ein Gebäude, das wie eine Bootshütte in den See ragt, errichtet. In dieser sogenannten Trifthütte bewahrten die Arbeiter ihre Werkzeuge und sicher auch die benötigten Schiffe auf. Es dürfte sich um sogenannte Pletten gehandelt haben. Stabile Arbeitsboote, wie sie in ähnlicher Form der Übersetzer von Rottach nach Tegernsee heute noch besitzt. Nach Beendigung der Trift wurde die Trifthütte als Lagerhütte genutzt. Vermutlich wurde auch Baumaterial gelagert, da sich im Volksmund der Name „Baustadl“ eingebürgert hat. Das 1964 in Dienst gestellte Rettungsboot war im privaten Strandbad Grieblinger stationiert. Leider ohne Bootshütte und das gute Stück war permanent Wind und Wetter ausgesetzt. Auf der Suche nach einer Bootshütte kam dann die Trifthütte ins Gespräch. Natürlich war der bauliche Zustand nicht optimal. „Dann ändern wir das halt“, war die Aussage der Wasserwacht und man kam mit der Gemeinde überein, dass das notwendige Baumaterial von der Gemeinde bezahlt wird und die notwendige Arbeitsleistung von den Mitgliedern der Wasserwacht erbracht wird. 1976 wurde dann der Pachtvertrag mit der Gemeinde geschlossen. Aufgrund der Größe der Trifthütte konnten auch die Fischer, die ebenfalls auf der Suche nach einem Domizil waren, in der Hütte untergebracht werden. Gemeinsam ging es an den Umbau und die notwendigen Erneuerungen. Über den Aufwand zu sprechen ist unnütz. Die Bilder sagen alles. Das gemeinsame Ziel stand im Fokus, egal welcher Aufwand notwendig war. Seither gibt es im Baustadl einen Wachraum, einen Geräteraum, eine kleine Küche und natürlich die „Bootsgarage“. Nach und nach wurde auch der Speicher ausgebaut, der als Lager- und Schulungsraum für bis zu 50 Personen genutzt wird. Natürlich dient dieser Raum auch der Geselligkeit.
2011 erhielt die Wasserwacht die Genehmigung auf der Seeseite der Hütte einen Steg anzubauen. Auch dies
geschah komplett in Eigenleistung. Dies ist der optimale Platz um das Geschehen auf dem See zu überwachen, und das Rettungsboot in sekundenschnelle zum Einsatz zu bringen. Denn in der Wasserrettung zählt jede
Sekunde. Die Wasserwacht und die Fischer haben es sich zur Aufgabe gemacht, auch alle notwendigen Instandhaltungsarbeiten an diesem an die Vergangenheit erinnernden Gebäude zu tätigen. Natürlich hat eine moderne Rettungswache ihre Vorteile, aber den Flair und die besondere Ausstrahlung dieser Hütte haben sie nicht. Richtig bewusst wird einem das erst wieder, wenn Wasserwachtler von anderen Ortsgruppen zu Schulungen oder zu Besuch sind und uns Wiesser Wasserwachtler um dies Hütte beneiden.